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Ein außergewöhnliches
Frauenprojekt feiert 20. Geburtstag
 

Im mittelhessischen Wetzlar ist das Mandala - Institut für Yoga und Gesundheit mit seinen  Räumlichkeiten im  auffälligen Blauen Haus in der Hausertorstraße längst eine bekannte und geschätzte Adresse. In der großen Yogawelt hat sich das Mandala durch seine kompetenten Ausbildungsangebote ebenfalls einen guten Namen erworben.

Im Sommer 2016 feiert das außergewöhnliche Projekt von vier engagierten Frauen zu denen sich jetzt noch Veronika Grysczyk hinzugesellt sein 20jähriges Bestehen.

team2016(Foto: Mohammed Osman)
Andrea Frey, Martha Fritsch, Angela Dunemann, Susanne Ihle, Veronika Grysczyk (von links nach rechts)


Was hat diese Erfolgsgeschichte möglich gemacht?
Einen Faktor dafür nehmen die Gäste im Institut meist sofort wahr: Die Atmosphäre. Sie wird nicht nur geprägt durch den hellen Holzboden, hohe Fenster, sanfte Farben sondern speist sich aus der Offenheit und dem Respekt, die für das gesamte Team so charakteristisch sind.

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Angela Dunemann, Andrea Frey, Susanne Ihle und Martha Frisch verbindet die Liebe zum Yoga, der Wille zum gemeinsamen Tun und inzwischen auch eine stabile Freundschaft. Es ist beileibe keine Selbstverständlichkeit, dass ein Frauenteam über zwei Jahrzehnte hinweg ein Unternehmen führt und stetig weiterentwickelt. „Wir sind offen für den Wandel, räumen dem sozialen Miteinander Priorität ein und haben es von Anfang an verstanden, ideologiefrei auf unsere Kursteilnehmerinnen zuzugehen“, verraten die Mandala-Frauen ihr „Rezept“.
Ohne diese fruchtbare Vernetzung wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen.


Neben dem laufenden Kursprogramm bietet ihre Akademie ein Grund- und Aufbaustudium für Yogalehrer an sowie diverse Weiterbildungen, die auch für die Anerkennung bei den Krankenkassen relevant sind.

Das Kursprogramm spiegelt die bunte Vielfalt des Mandala wider. Da gibt es neben den klassischen Yogakursen, Eltern-Kind-Yoga, Yoga für Schwangere,  After-Work-Yoga, sanftes Hatha Yoga, Module zur Stressbewältigung, Angebote zur Ausbildung von Stimme und Persönlichkeit und – gerade in diesen Zeiten immer wichtiger – Yoga als Weg zur Bewältigung traumatischer Erlebnisse. Die jeweiligen Kompetenzen fließen zusammen und vermeiden störende Konkurrenzerlebnisse. So bleiben auch die Leiterinnen des Instituts entspannt und kraftvoll für die weiteren Jahrzehnte. Dafür werden gerade Weichen gestellt, um auch den Generationswechsel passend zu gestalten.

Weitere Informationen zum Werdegang des Instituts emtnehmen Sie bitte dem Interview mit der Journatisitn Renée Herrenkind:

Mandala Interview 2016

Martha Fritsch 62 – von Anfang an dabei Yogalehrerin im Hauptberuf im Grundberuf Lehrerin Gesundheitstrainerin Ausbilderin Yoga Leitmotiv Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,  den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
  und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.…
Andrea Frey 43 Jahre alt, seit 20 Jahren KiTa Leiterin Leitmotiv Jeder ist auf Wachstum und Veränderung ausgelegt und zu Entwicklung – seit Sept 2013 dabei Kinder Yoga
Angela Dunemann 55 seit 1988 in Wetzlar im Albert Schweitzer Kinderdorf Mit-Gründerin Mandala Beruflich immer mehrgleisig gefahren kann Pädagogik Therapeutisches Yoga immer besser verbinden Schwerpunkt war viele Jahre Kinder-Yoga Es gibt nix Gutes außer man tut es
Susanne Ihle 64 Mitbegründerin Mandala - 2000 Übergabe Yogaschule von Friedrich Euler Lehrer Berufsschullehrerin 40 Jahre Solange man atmen kann kann man Yoga machen
Was ist das Besondere, das Einmalige am Mandala
Angela dass wir mehr als nur ein berufliches Team sind. Über die Jahre sind wir zusammen gewachsen, durch Auseinandersetzungen gegangen, haben viel kreiert miteinander. Ganz wichtig ist mir das wirklich basisdemokratische bei uns: Gemeinsam Entscheidungen zu treffen und zu schauen wie kann es für jede auch stimmig sein. Differenzen zulassen und das über so lange Zeit – also das Beständige.
Andrea ich bin ja ein Mandala Kind – vor über 15 Jahren als Schülerin zum Mandala gekommen. Über das Kinder Yoga. Ganz besonders ist die warme schöne Atmosphäre. hier trifft man viele Frauen die miteinander reden. Das ist was Besonderes. Ein Ort wo man miteinander wächst. Konstruktiv Kritik austauschen im Wohle für das Miteinander. hier kann man gut atmen
Susanne für meine Berufszeit war das Mandala der ausgleichende Faktor in meinem Leben neben Familie mit Kindern und allen Versorgungsaspekten war Mandala immer etwas wo ich ich sein konnte. Hier habe ich immer auch eine vertraute Person gefunden um auch beruflichen Misslichkeiten auszugleichen, sei es einfach nur durch Yoga oder durch Gespräche
Martha das Besondere ist sicher so lange im Team zu arbeiten Die typische Kursleiter-Vereinzelung haben wir aufgegeben. Durch das Arbeiten im Team wurden Dinge möglich die sich jede allein nicht hätte vorstellen können. Ich hätte mir zum Beispiel nicht vorstellen können - wäre nicht auf die Idee gekommen - plötzlich zu sagen ich bilde Yogalehrerinnen aus und dann zeigte sich dass ich es kann und Impulse reingeben kann. Vieles entsteht im Team. Jede kann sich hier weiter entwickeln
Das klingt sehr positiv und allein dass ihr es geschafft habt über so lange Jahre ist ja auch sehr positiv. Gab es denn so was wie Krisen oder begrenzende Faktoren oder schlimmste Fehler?
Martha Krisen gab es auf jedem Fall. Ich hatte eine Zeit wo ich mich recht allein fühlte. Ich wollte im Team arbeiten und die anderen hatten wenig Zeit. Da habe ich mir andere Netzwerke gesucht zum Austauschen.  Die andere Schwierigkeit war vor allem mit einer  Kollegin, die inzwischen raus gegangen ist. Da war die Konkurrenz zu groß. Da hat sich eine Verhärtung einstellt und wir haben eine ganze Weile wie so ein altes Ehepaar, das noch durchhält, zusammen gearbeitet. Aber es war sehr kontrolliert und unentspannt und die Freundschaft ist verloren gegangen – da war es zu eng, wir haben uns gegenseitig den Raum genommen
Ist es euch gelungen diese Trennung entsprechend euren Werten zu  gestalten
Susanne wir haben uns Hilfe von außen geholt, Supervision, und dann zeichnete sich der Weg ab. Es ging dann wirklich gut auseinander.
Wie lang war dieser Prozess
Susanne mindestens ein Jahr
Angela Wir haben auch Strukturen verändert. Anfangs war Verwaltungsarbeit nicht bezahlt. Martha hat sich sehr viel eingebracht als Yogalehrerin im Hauptberuf – ohne dafür eine Anerkennung zu bekommen auch finanziell. Natürlich haben wir sie  gelobt aber seitdem wir eine GbR sind und anders wirtschaften zahlen wir uns auch Geld aus für diese Arbeiten. Es ist vielleicht ein Fehler gewesen so zu starten aber es war uns nicht bewusst. Wir sind alle mit hohem Idealismus rein gegangen, haben viel Zeit rein gesteckt und irgendwann war ein  Ungleichgewicht die Folge. Das konnten wir nicht voraussehen Aus den Erfahrungen haben wir gelernt und das Gute bei uns: wir sind immer fähig zum Umsteuern.
Susanne ich erinnere mich noch an eine Zeit da hatten wir Angst, dass die Yogaschule, also die Ausbildung, zusammen bricht weil ganz wenig Anmeldungen da waren. Aber da haben wir auch zusammen gesessen und gesagt „das ist unser Kind und das darf auch mal schwächeln“. Wir haben daran fest gehalten und es ist sehr gut gewachsen, unser Kind, diese Ausbildung.
Martha wir haben unser Konzept beibehalten, nicht alles umgeschmissen – ich  glaub, es war auch die Zeit, wir waren vielleicht etwas zu früh – wir hatten dann sogar Wartelisten als der Boom kam.

Gehört dieser lange Atmen, um wieder bei dem Bild zu sein, auch zu euch?

Susanne – das kann man wirklich sagen. Ganz bestimmt. Viele  Prozesse währen länger. Weil wir auch auf Einstimmigkeit und Zufriedenheit schauen und Zufriedenheit gewinnt man nicht von heute auf morgen.
Habt ihr einen Gradmesser für Zufriedenheit.  Wann könnt ihr sagen das Konsensprinzip ist nicht nur formal abgenickt sondern da ist auch eine innere Zufriedenheit erreicht.
Susanne – vielleicht auch daran, dass wir bei jeder Teamsitzung eine persönliche Runde machen. Da merkt man sehr gut die persönliche Stimmung.
Angela die persönliche Entwicklung ist uns im Grunde genommen immer wichtiger als die sachliche Ebene. Es gibt Teamsitzungen, wo dann plötzlich während des Treffens etwas hochkocht. Das wird dann spürbar - dazu kennen wir uns einfach gut genug, um Dissonanzen zu spüren. Die haben immer Vorrang bevor wir dann zu den inhaltlichen Themen gehen und es ist erstaunlich wie die inhaltlichen Themen trotzdem gut bewältigt werden.
Vielleicht nicht trotzdem sondern gerade deswegen?
Martha aus meinem Yogaunterricht oder auch aus Seminaren gehe ich eigentlich immer – zu 99,9 Prozent – zufrieden raus. Das liegt aber in der Natur der Sache – weil Yoga auch den Lehrer entspannt. Es sei denn der Lehrer, die Lehrerin würde sich etwas vornehmen was nicht geht und sich damit fürchterlich unter Druck setzen. Mach ich aber nicht - und falls ich es früher mal gemacht habe jetzt noch weniger. Der Inhalt der Arbeit befriedigt mich und was Teamsitzungen betrifft also ich kenn schon auch Zeiten wo ich manchmal aus dem Team nach Hause gefahren bin und eine Liste hatte mit Sachen die ich nun machen wollte und mir irgendwie der Schädel gebrummt hat. Das ist aber zunehmend weniger der Fall. Gradmesser für Zufriedenheit ist für mich eigentlich wenn ich kreativ, gut gestimmt, aus der Arbeitssituation raus gehe und Lust habe weiter zu machen – außer das sich vielleicht erst mal Hunger habe oder mich bewegen will. Ich kann nicht sagen, dass es immer so war. Es hat sich auch mal ermüdend angefühlt, aber jetzt schon lange nicht mehr.
Neudeutsch würde man das flow nennen wenn man eure Geschichte hört – im guten Fluss – ist das auch eurer Bild dazu?
Andrea Wir bauen uns gegenseitig auf, wenn es mal nicht so gut läuft schwingt es hier bald wieder ins Positive. Wir fangen uns auf, schützen uns miteinander
Susanne was ich hier ganz bedeutsam fand für mich war, dass ich auch in Krisenzeiten immer aufgefangen wurde. Seien es nun berufliche oder auch persönliche Krisenzeiten. Da habe ich dann gemerkt hier habe ich noch eine Familie
Alle ja so geht es mir auch
Susanne Ich brauche überhaupt keine Angst zu haben das meine Kursteilnehmer vor der Tür stehen oder dass das Mandala Schaden nimmt. Ich wusste immer, es sind noch drei andere da und die fangen mich auf. Das ist ein irres Gefühl. Es war ja nicht immer erforderlich aber das Gefühl immer war da.
Martha es hat glaube ich auch mit dem Ort zu tun und dem Logo und dem Namen. Mandala bedeutet ja Kraftfeld. Und die Doppelspirale haben wir mal ganz konkrete erfahren, als wir in einer kritischen Phase als Team diese Doppelspirale gegangen sind. Wir haben auch damit gearbeitet, manchmal kleine Rituale gemacht, uns gegenseitig Karten mit Weisheiten zu Weihnachten geschickt, uns erinnert an Trancereisen die wir gemeinsam gemacht haben… Eine war dazu, wie wir uns das Mandala in der Zukunft vorstellen. Dazu kann ich sofort meine Bilder hervorrufen – und sie sind weitgehend Wirklichkeit geworden. Wir haben auch energetische Arbeit gemacht. Und dazu gehört auch der Ort, seitdem wir hier im Blauen Haus sind noch mehr als früher. Unser Miteinander als Basis unseres Tuns spürt man in den Räumen. Hier schwingt was - das spüren auch die Menschen, die hier rein kommen. Das hören wir immer wieder.
Über diese spirituelle, geistige Dimension sprecht ihr ganz offen. Verbindet euch diese Kraft auch? Ist sie im Yoga implantiert oder habt ihr das besonders kultiviert?
Angela Ja, für mich ist das ganz genau so. wir haben da auch gemeinsame Erfahrungen durch Rituale, Trancereisen und durch Seminare unhängig vom Mandala, über die wir uns ausgetauscht haben. Wir haben unsere Jahreszeitenfeste und auf verschiedenen Ebenen Berührungspunkte. Der energetische Aspekt ist uns allen wichtig, alles gehört zusammen. Yoga ist eben ganzheitlich, bezieht sich nicht nur auf den Körper. Auch wenn wir Dinge getan haben, die nicht klassisch im Yoga enthalten sind, lassen sie sich gut damit verbinden. Das ist sicherlich auch etwas womit wir unterwegs sind
Martha Nach außen hin gehen wir damit durchaus zurückhaltend um. Wir sind auch pragmatisch und schauen, wie es gerade passt. Wir sind von Grund auf offen, weltoffen - das zeichnet uns auch aus, das wir eben nicht ideologisch sind. Das macht die Schwingung aus, die du hier spürst. Du wirst  nicht in ein Korsett gezwängt das dich einengt sondern du kannst dich weiten
Andrea Yoga ist Körper, Geist und Seele. Ich versuche über verschiedene Ebenen ran zu gehen. Es gibt Gruppen die wollen Körperarbeit und Harmonie und keine Affirmation, zum Beispiel bei meinem After work yoga. Wir schauen, was die Kursteilnehmer wollen.
Angela Daraus entsteht ja gerade unsere Vielfalt
Susanne wir holen uns Impulse auch von anderen Schulen und lassen uns davon befruchten.  Bei manchen Schulen fällt mir auf dass sie eine bestimmte Richtung vertreten und dann alles andere schlecht finden. Das wollen wir nicht. Wir wollen das Außen ran lassen, uns nicht abgrenzen. Wir wollen Grenzen öffnen, das zeichnet uns aus. Was mir besonders wichtig ist: bei uns gibt es keinen Personenkult – das hätte ich schrecklich gefunden.
Angela Zum im Fluss sein habe ich eher das Bild eines über die Jahre immer bunter gewordenen Mosaiks. Anfangs war vieles in mir und meinem Leben auch  gespalten, lief nebeneinander her und inzwischen ist es wirklich miteinander verbunden und befruchtet sich gegenseitig.  
Vieles was ihr hier erzählt habt passt ja auch gut in die Kategorie wie alle Arten von Beziehungen gelingen. Welche Tipps könntet ihr anderen Projekten – Frauen-Projekten, ganzheitlich ausgerichteten – geben.
Angela Grundsätzlich braucht es die eigene innere Bereitschaft sich vernetzen zu wollen. Es gibt ja auch Menschen die eher allein gehen und das ist nicht schlechter als unser Weg. Und es gibt Menschen, die miteinander wachsen wollen, die Resonanz von anderen brauchen. Das war bei uns s. Wir hatten schon sehr früh in unserer Ausbildung diese Vorstellung, wir wollen gemeinsam was aufbauen.   
Habt ihr jemals über die Größe des Teams nachgedacht
Martha Ja ganz am Anfang – ich weiß gar nicht ob ihr euch daran erinnert. Wir hatten ein großes Treffen mit Yogamenschen und alle waren ganz euphorisch und beim nächsten Mal unter uns haben wir gesagt: es dürfen auch nicht zu viele sein sonst machen wir uns gegenseitig Konkurrenz. Da waren wir schon realistisch.
Gab es Vereinbarungen wenn Yoga dann nicht alle auf demselben Feld des Yogas
Alle: Ja, das war uns wichtig
Angela jede braucht ihren Raum und die Angebote müssen sich ergänzen
Martha am Anfang hatten wir verschiedene Methoden im Angebot: Zilgrei, Yoga, Autogenes Training. Da gab es eben mehrere Schwerpunkte- Die Realität hat gezeigt: das Mandala ist ein Yogainstitut und die anderen Sachen tauchen mal ergänzend auf. Es ist eindeutig, dass wir inhaltlich alle denselben Zugang haben.
Andrea Ziele konkret vor Augen zu haben, genau zu focusieren und trotzdem wandelbar zu bleiben und auch regelmäßig zu reflektieren und zu schauen ob es noch stimmig ist ist sicherlich ein weiterer wichtiger Tipp.
Angela nicht zu unterschätzten ist, das Yoga uns trägt. Yoga hat auch eine Kraft, schafft die tiefere Verbindung.
Susanne Es ist immer auch die Frage, wie man an so eine Firma ran geht. Will man unbedingt Profitmaximierung oder will man sich selbst in der Arbeit verwirklichen. Bei uns war es glücklicher Weise so, dass die Intention von uns allen nicht Geldmachen war. Wir wollten schon Sicherheit haben aber inneres Wachstum war uns stets wichtiger.
Auch im Wirtschaftlichen habt ihr Veränderungen vorgenommen. Euch nicht mehr nach Kursen und Teilnehmern bezahlt sondern Stundenlohn ausgezahlt.
Susanne Stimmt. Inzwischen wechseln Kursteilnehmer sogar zwischen den Angeboten der einzelnen Frauen.
Martha Für mich ist auch wichtig, dass wir solide und kleinschrittig vorgegangen sind. Wir haben nicht gedacht ein Studio hat so und so auszusehen und deshalb müssen wir einen Kredit aufnehmen wie manchmal bei Betriebsgründungen üblich. Manchmal war das vielleicht etwas umständlich aber dadurch war das Wirtschaftliche nicht so ein Riesenthema. Da war Energie für das andere da.
Glaubt ihr, dass das Frauenspezifisch ist?
Angela ich weiß nicht. Nein, ich kenne auch Frauenzentren die das machen. Das ist eine Frage des Ziels und des Konzepts und vielleicht auch der Persönlichkeit.
Martha Wir sind einfach authentisch und lassen uns nicht fremd bestimmen
Andrea wir gehen von uns aus. Und wo ich meine Kraft auch hernehme: ich weiß ich bringe gutes Yoga mit. Ich sehe dass meine Teilnehmerinnen wachsen
Also auch ein gemeinsames Qualitätsverständnis
Angela ich frage mich gerade inwieweit auch eine Rolle spielt wie wir Yoga-sozialisiert sind. Yoga fand zu unseren Zeiten noch in einer Nische statt in kargen Räumen. Da waren die Menschen das Wesentliche und nicht das Drumherum.
Susanne dieses Kleinschrittige ist typisch für uns. Immer wenn Uschi gesagt hat (sie hat lange die Bücher geführt) wir haben das Geld nicht dann haben wir eben nichts angeschafft, dann war es einfach so. Oder wenn jemand vom Seminar kam und gesagt hat guckt mal wollen wir das anschaffen haben wir geguckt können wir uns das leisten und dann wurde es eben angeschafft. Wir konnten Ideen verwirklichen weil Platz und Raum dafür da war, ganz bodenständig.
Martha Wir hatten auch Visionen. Ich werde nie vergessen das muss ich Angela hoch anrechnen – als wir in diesen zu engen Räumen in der Nauborner Straße waren. Da hat  Angela so drauf gedrungen, dass wir was Neues brauchen und wir haben dann einfach gekündigt obwohl wir noch nichts Neues hatten Es war ganz stark in uns den eigenen Visionen zu vertrauen und das hat uns immer weiter gebracht.
Angela Da fließt auch noch ein anderer Aspekt ein. Menschen sind unterschiedlich und wir haben diese Unterschiedlichkeit, die es zwischen uns gibt, gut einbringen können. Wenn ich gern träume und manchmal die Bodenhaftung verliere gibt es dann wieder die Frauen, die sagen: hör mal das Geld haben wir gerade nicht
Diese Unterschiedlichkeit schätzen und nutzen und sich darauf zu beziehen ist ein Teil des Erfolgsrezepts?
Angela Ja, wir haben viel voneinander gelernt
Susanne Und was uns allen gemeinsam ist: wir haben auch eine Idee von Nachhaltigkeit. Wir haben keine Lust uns etwas anzuschaffen oder darzustellen was jetzt en vogue ist was man unbedingt braucht. Wir achten darauf was wir tun und was wir einkaufen
ihr feiert jetzt 20 Jahre Mandala – was ist der nächste Meilenstein, denkt ihr daran in dieser Konstellation 30 Jahre zu feiern.Wie stellt ihr euch die Zukunft von Mandala vor? Gibt es schon Visionen, Weichenstellungen?
Martha Das ist schon ganz konkret. Wir sind dabei mit Frauen Gespräche zu führen, weil wir eine suchen, die einsteigen kann, um auch den Generationswechsel vorzubereiten. Die Idee ist in den dann folgenden zwei, drei Jahren langsam weniger zu arbeiten, vor allem bei mir und Susi. Gesellschafterinnen wollen wir auf jedem Fall länger bleiben. In ein paar Jahren soll es dann ein neues Hauptteam geben und Angela und Andrea werden Bindeglied zum Gründungsimpuls bleiben.
Andrea Wir schauen da genau, was passt zu uns und wer hat unsere Werte.
Susanne Es geht über Jahre schon, dass sich immer was verändert. Wir halten nichts fest, wir eröffnen Möglichkeiten.