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Vortrag von Dr. Ulrich Ott "Wirkungen von Yoga auf das Gehirn"
und anschließende Podiumsdiskussion mit Anna Trökes und Ulrich Ott
moderiert von Angela Dunemann

Die Resonanz auf den angekündigten Vortrag von Dr. Ulrich Ott am 31. Oktober war so groß, dass die Räume des Institutes für Yoga und Gesundheit, Mandala, in Wetzlar nicht ausreichten. Selbst der kurzfristig angemietete Saal des Harlekin in Wetzlar war bis auf den letzten Platz besetzt.
Fast 150 Menschen lauschten interessiert, was Dr. Ott aus der Welt der Wissenschaft zum Thema „Wirkungen von Yoga auf das Gehirn“ zu berichten hatte.

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Dr. Ott forscht als promovierter Psychologe seit etlichen Jahren am Bender Institute of Neuroimaging der Justus-Liebig-Universität Gießen zum Thema. Er ist selbst Yogalehrer und untersucht Phänomene, die er aus eigener Übungspraxis kennt.
Eindrucksvoll stellte Dr. Ott die Ergebnisse verschiedener Studien vor.

Während der kurzen Einführung ging Dr. Ott auf die gemeinsame Basis der unterschiedlichen Yogastile und Traditionen ein. Yoga ist achtsames Bewegen in Verbindung mit bewusstem Atmen und Fokussieren der Aufmerksamkeit. So geübt wirkt Yoga nicht nur auf den Körper sondern auch auf die Psyche und die Emotionen ein.
Wer Yoga auf diese Weise praktiziert, kennt diese wohltuenden, nachhaltig spürbaren Auswirkungen.
Umso erfreulicher war es, diese subjektiven Eindrücke durch die Forschungsergebnisse bestätigt zu sehen.
Dr. Ott wies darauf hin, dass es sich bei allen vorgestellten Studien um kleine Stichproben handelt, die bislang nur beschränkt repräsentativ dennoch sicherlich zukunftsweisend sind.

In einer Pilotstudie zum Chanten des Om-Lautes konnte, so Dr. Ott, eine Deaktivierung des limbischen Systems gezeigt werden, die Autoren der Studie vermuten, dass eine Stimulation des Vagus-Nerv durch die entstehende Vibration ausgelöst werden könnte. Die Deaktivierung des limbischen Systems, das in der Verarbeitung der Emotionen eine entscheidende Rolle spielt, könnte eine Erklärung dafür sein, dass die Yogapraxis zu der erlebten inneren Gelassenheit führt. Der Vagus-Nerv ist der größte Nerv des Parasympathikus und an der Regulation der Tätigkeit fast aller inneren Organe beteiligt. Der Parasympathikus als Teil des vegetativen Nervensystems wird auch als „Ruhenerv“ bezeichnet, da er dem Stoffwechsel, der Regeneration und dem Aufbau körpereigener Reserven dient. Er sorgt für Ruhe, Erholung und Schonung.


In einer weiteren Studie ließen sich positive Auswirkungen von Yoga und Meditation auf die fluide Intelligenz nachweisen. In der Psychologie bezeichnet fluide Intelligenz oder fluides Denken die Fähigkeit, logisch zu denken und Probleme zu lösen. Die Effizienz und Resilienz (Widerstandskraft) der Netzwerke im Gehirn der Praktizierenden waren gegenüber der Kontrollgruppe erhöht. Die Studie zeigte eine größere Resilienz bei Störungen im Netzwerk gegenüber dem Ausfall von 15 zentralen Knotenpunkten.


Auch im Hinblick auf eine Zunahme der Dichte der grauen Substanz (zuständig u.a. für Gedächtnisleistungen) und der strukturellen Integrität der Faserverbindungen des Gehirns bestanden im Vergleich zu nicht übenden Gruppen signifikante Unterschiede.
Mit Hilfe der Magnetresonanzspektroskopie wurden Auswirkungen auf  Neurotransmitter erkennbar. Dies lieferte eine Erklärung z.B. für die bessere Stimmung und verringerte Angst im Anschluss an die Yoga-Praxis.


An der anschließenden lebhaften Podiumsdiskussion nahm neben Dr. Ott auch noch die bekannte Yogalehrerin Anna Trökes teil. Frau Trökes unterrichtet und lehrt Yoga seit 1974, sie hat mehr als 30 Yoga-Publikationen veröffentlicht. Wie Dr. Ott leistet sie Pionierarbeit wenn es darum geht, zwischen der mehr als 3000 Jahre alten Lehre des Yoga und den modernen Erkenntnissen aus Medizin, Psychologie und Pädagogik Verbindungen zu schaffen.

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Die Fragen der Zuhörer ließen erkennen, dass die Erfahrungen aus der Praxis die wissenschaftlichen Erkenntnisse bestätigen. Yoga stärkt nicht nur den Organismus sondern tut auch der Seele gut.
Wünschenswert sind weitere, am besten umfangreichere und repräsentativ angelegte klinische Studien.

Es freut das Team des Mandala Wetzlar besonders, dass es im Februar 2015 eine Fortsetzung zu dieser gelungenen Veranstaltung geben wird. Dann wird Anna Trökes das Thema aufgreifen und einen Vortrag aus der Sicht der „forschenden Yogalehrerin“ halten.
Bei Interesse an weiteren Informationen zum Thema bitte an Angela Dunemann wenden dunemann@mandala-wetzlar.de